Klostermühle Lindow
Ein Schaumühlenrad erinnert - aus längst vergangenen Zeiten.
Der Müllermeister begrüßt Reisegruppen, die sich in der Tourist-Information anrufen freundlich mit einem „Glück zu“.
Die Geschichte der Klostermühle ist eng verbunden mit dem Entstehen und der Entwicklung des Klosters zu Lindow (Gründung 1220/1240). Wahrscheinlich gehörte sie zum Besitz des Klosters, bzw. ab 1696 „Hochadliges Fräuleinstift“. Nachgewiesen sind Hinweise zu Abgaben der Klostermühle an das Kloster bzw. Fräuleinstift und Verhandlungen und Verfahren (Rezeß) zwischen dem Kloster und den Verwaltern bzw. Besitzern der Klostermühle. 1530 wird die Wassermühle erstmalig erwähnt und erscheint 1743 in den Akten des Königs Friedrich von Preußen.
Am 5. Juni 1758 wird die Stauregelung der Klostermühle Lindow niederschriftlich festgelegt.
Besitzer der Klostermühle (ab):
- 31.01.1811 Christian Ludwig Schultze
- vor 1843 Gottlob Christian Heinrich Riebe
- 27.03.1843 Carl Friedrich Wilhelm Koehler
- 22.06.1850 Daniel Lemm
- 05.03.1862 Johann Friedrich Wilhelm Heise
- 06.02.1873 Ludwig Heise, Wilhelm Freese, Wilhelm Grell, Christian Görn
- 02.03.1877 Gustav Kleist
- 16.06.1878 Friedrich Wilhelm Vielitz
- 04.04.1879 Carl Leue
- 19.03.1897 Wilhelm Vielitz
- 01.03.1898 Karl Gottschalk, Richard Gottschalk
- 01.11.1926 Ernst Wiese
- 21.04.1953 Werner Wiese
- 01.07.1988 Klaus Wiese
Die Mahlwerke der Klostermühle wurden ursprünglich durch unterschlächtige Wasserräder angetrieben.
Am 18.12.1846 brennt die Mühle ab und wird nach dem Wiederaufbau am 24.11.1847 wieder in Betrieb genommen.
Am 17.03.1858 wird eine Druckturbine eingebaut. Sie arbeitet wie ein liegendes Wasserrad.
In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde eine modernere Kaplan-Wasserturbine der Firma Kappler Berlin neben der alten Druckturbine eingebaut. Diese hatte eine Leistung von 7 bis 8 PS bei höchstem Wasser-Stau und einen Wasserverbrauch von ca. 150 l pro Sekunde.
In einem Bericht vom Oktober 1924 steht: „… an Gängen sind vorhanden ein Mahlgang und ein Schrotgang."
Ab 1926 konnte die Mühle auch elektrisch betrieben werden.
Nach 1998 wurde im Mühlengebäude kein Mehl mehr gemahlen, doch der Müllermeister Klaus Wiese bereitet immer noch im südlichen Anbau, Futtermittel aus Getreide für die Tiere vor.




