
Vorlaubenhaus Rüthnick
Dieses Vorlaubenhaus ist ein typisch märkisches Mittelflurhaus, von denen es im Land Brandenburg nur noch 3 gibt. Eines davon übrigens in Herzberg.
Der ehemalige Gasthof steht unter Denkmalschutz. Er ist mit einer Vorlaube ausgestattet, die sich über die gesamte Giebelfront erstreckt. Hier wurden einst Kutschen untergestellt und Pferde angeleint. Das Haus diente als Ausspanne, Poststelle und Gaststätte. 1998 wurde es aufwendig restauriert. Lediglich ein paar alte Fotos, aber vor allem natürlich Befunde vor Ort, dienten als Grundlage für die Arbeiten. Die zerstörten alten Eichensäulen ließen den Giebelbereich um fast 50 cm absinken, wodurch dann die gesamte Dachkonstruktion in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die neuen Eichensäulen, die jetzt die Vorlaube wieder zieren, sind Eichen aus dem Frankendorfer Wald bei Neuruppin. Der Berliner Architekt, Siegried Ismer ließ dieses Haus in alter Schönheit neu entstehen. Nach seiner Berechnung muß das Vorlaubenhaus um 1730 im Fachwerkstil erbaut worden sein. Viele Details aus vergangenen Jahrhunderten wurden erhalten und nachempfunden: wie das Lehmmauerwerk, einige original Fachwerkwände, die alten Türen und in den Flurwänden sind noch die Wölbungen eines ehemaligen Backofens und einer Schwarzküche zu sehen. Das Haus beherbergt heute 4 Wohungen und ein kleines, aber feines Gemeindebüro und die Amtsstube des Bürgermeisters. Außerdem wurde vom Rüthnicker Heimatverein, mit Unterstützung der Bürger, eine Heimatstube eingerichtet. Eine Brautausstattung aus dem Jahre 1926, ein Butterfaß, eine Uralt-Singer und vieles andere Alte zieren den neuen Raum.



