Lindows verzauberter Ort

Lindows Geschichte ist untrennbar mit der des Klosters verbunden. Vermutlich wurde das Kloster Lindow 1230 von den Grafen von Arnstein gegründet, die sich selbst auch Grafen von Lindow nannten. Im Jahre 1343 wird das Kloster erstmals urkundlich erwähnt. Rund zwanzig Jahre später werden Stadt und Kloster gemeinsam angeführt. Zeichnung des Klosters

„In der Tat, wohin man sah, lagen Mauerreste, in die, seltsamlich genug, die Wohnungen der Klosterfrauen eingebaut waren, zunächst die größere der Domina, daneben die kleineren der vier Stiftsdamen, alles an der vorderen Langseite hin. Dieser gegenüber aber zog sich eine zweite, parallel laufende Trümmerlinie, darin die Stallgebäude, die Remisen und die Rollkammern untergebracht waren. Verblieben nur noch die zwei Schmalseiten, von denen die eine nichts als eine von Holunderbüschen übergrünte Mauer, die andere dagegen eine hochaufragende mächtige Giebelwand war, dieselbe, die man schon beim Antritt aus einiger Entfernung gesehen hatte. Sie stand da, alles unter ihrem beständig drohenden Niedersturz zu begraben, und nur das eine konnte sie wieder beruhigen, daß sich auf höchster Spitze der Wand ein Storchenpaar eingenistet hatte. Störche, deren feines Vogelgefühl immer weiß, ob etwas hält oder nicht.“

    Theodor Fontane, Wanderung durch die Mark Brandenburg

 

 

Mit dem Tod des letzten Grafen werden das Kloster und die Stadt 1524 kurfürstlicher Besitz. Zu dieser Zeit gehörte es zu den reichsten Klöstern der Mark. 1542 führte man die Reformation ein und das Kloster wurde in ein evangelisches Damenstift umgewandelt.

Im Oktober 1638 zogen die kaiserlichen Truppen unter dem Feldherren Gallas durch Lindow und vernichteten das Kloster samt seiner wertvollen Bibliothek und weite Teile der Stadt. Auch viele zum Kloster gehörende Dörfer der Umgebung gingen in Flammen auf. Glücklicherweise sind die alte Klosterschule aus dem 15. Jh. und das Waschhaus bis heute erhalten geblieben. Ab 1696 nannte sich das Kloster „Hochadeliges Fräuleinstift“. Zu den noch vorhandenen Gebäuden gehört auch das 1752 erbaute Dominat. Um 1875 erfolgte die Benennung als "landesherrliches Fräuleinstift Kloster Lindow", an dessen Spitze wieder eine Oberin statt einer Domina stand.

Kloster
Die meisten Klostergebäude sind jedoch im Laufe der Zeit gänzlich verschwunden, oder wie das Konventhaus nur noch in Teilen vorhanden. Die Ruine des Klosters Lindow ist ein historisch sehr bedeutendes und für jedermann zugängliches Bauwerk. Stetig wird an der Erhaltung der Ruinen und Gebäude gearbeitet. Auch die Forschung hat die altehrwürdigen Gemäuer für sich „wiederentdeckt“. Somit ergeben sich immer wieder interessante Einblicke in die mühevolle, aber lohnenswerte Arbeit der Beteiligten.

Die Stiftsgemeinschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die parkähnliche Klosteranlage samt dem Klosterfriedhof für nachfolgende Generationen zu bewahren. Man möchte, dass das Kloster ein lebendiger Ort inmitten seiner Stadt sein soll. Jedoch werden die Besucher von Park und Kloster gebeten sich der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten und Rücksicht auf die Bewohner des Stifts zu nehmen.

 

Am Platz der ehemaligen Klosterkirche finden heute wieder Andachten und Gottesdienste unter freiem Himmel statt. Menschen aller Konfessionen sind herzlich eingeladen daran Gräber der Adligen von Bredowteilzunehmen. Gerne besucht werden auch die auf dem Gelände des Klosters stattfindenden Veranstaltungen wie Kurkonzerte und Lesungen. Über die Tourist-Info können Führungen für Gruppen gebucht werden.

Manch einem Besucher mag das Kloster seltsam bekannt vorkommen. Das verwundert nicht, denn Fontane beschrieb es nicht nur in seinen „Wanderungen“ sondern nahm es auch zum Vorbild für sein „Kloster Wutz“ in dem bekannten Roman „Der Stechlin“.

 

Weitere Informationen zum Stift Kloster Lindow erhalten Sie bei Herrn Dr. Horst Borgmann (Tel. 0177-87 00 917) oder auf www.kloster-lindow.de.  

Die Sage von der Schönen NonneSkulptur

Vor vielen Jahren lebte im Ort ein wunder-schönes Mädchen Namens Amelie. Sie hatte sich in Jakob, einen armen Bauernburschen, verliebt. Die Eltern des Mädchens, sehr reiche Edelleute, waren gegen die Verbindung und schickten ihre Tochter zur Strafe ins Kloster.  

Das schöne Mädchen - nun eine schöne Nonne - war sehr unglücklich und konnte ihren Geliebten nicht vergessen. Dem Jüngling ging es ebenso und darum schlich er sich eines nachts zum Kloster. Er schabte und kratzte so lange an der Klostermauer, bis ein Stein heraus brach und er seine geliebte Amelie befreien konnte.

Niemand hat je wieder etwas von den beiden gehört. Die einen sagen, die Liebenden wären in dieser dunklen Nacht im Wutzsee ertrunken, die anderen hoffen, sie wären durch den angrenzenden Sumpf entkommen. Das Schicksal von Amelie und Jakob blieb im Verborgenen. 

Gewiss ist nur eins: Um Mitternacht kann man es in die Nähe der Klostermauer deutlich schaben und kratzen hören. 

 

Das Lied der "Schönen Nonne"

(von B. Mischalke)

Am Kloster Wutz steht nun oh Wonne,

die legendäre „Schöne Nonne“

Der Graf erzählt es aller Land,

wie sie ihr Schicksal abgewandt

Drum zieht es Touris jung und alt,

ins schöne Märk'sche Urlaubsland

mit Segeln Angeln ganz spontane

ist man entzückt, wie einst Fontane.

Denn die 3 Seen, mit Linden, Buchen,

kommt jeder gern einmal besuchen.

Wir bleiben hier, gehen nie mehr fort, aus

diesem wunderschönen Ort.

(letzte Zeile wiederholen)

Hier gibt es Aal, Zander und auch Hecht,

drum geht´s den Lindowern nicht gerade schlecht,

Lindow grüßt Euch und die ganze Welt,

damit der Urlaub all´n gefällt.

 

Die Schöpfung prägte dieses Land,

Moränen, Heide mit viel Sand.

Die Hörnerklänge, Jagdgesang,

sind allen Märker´n wohlbekannt,

mit Wäldern, Wiesen, Feldern, Mohr,

viel klaren Seen, wogendes Rohr.

Gans, Adler, Schwäne mit den Enten,

tun gern viel Blicke auf sich lenken.

Das Fabeltier, Storch, Adebar,

kommt uns besuchen jedes Jahr,

auch er bleibt hier, fliegt kurz nur fort,

aus diesem wunderschönen Ort.

Auch er bleibt hier, fliegt kurz nur fort,

aus diesem wunderschönen Ort.

Bier gibt es, Wein, liebe nette Gäste,

den Karneval, und viele Feste,

man fühlt sich wohl, ulkt und lacht viel,

AMOR, mit Pfeil und Bogen ist am Ziel."

 

Die Klostermühle ist nicht nur erhalten geblieben, sie ist sogar noch betriebsbereit. Sie ist die letzte der vielen Wasser- und Windmühlen der Region und steht unter Denkmalschutz. Seit dem Jahre 1928 wird die Mühle (heute in privatem Besitz) elektrisch betrieben. Zur Freude aller dreht sich heute wieder ein Wasserrad.

               

 

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